Corona und jetzt?

von | Okt 2, 2020 | 2 Kommentare

Über mich

Schön, dass du mich auf meinem Blog besuchst! Ich bin Elena, die „Tante Emma“ hinter dem „Unverpackt“. In meinem Blog schreibe ich über nachhaltiges Leben, und über die Stolpersteine, die damit verbunden sind, „the usual struggle“. Über unser chaotisches Familienleben mit vier Kindern und über „hinter den Kulissen“ der Selbstständigkeit, und den großen Visionen, Dinge ändern zu wollen.

Seit Wochen drehen wir uns im Hamsterrad herum und drehen einen Kreis nach dem anderen. 

Komische Zeiten sind das. Corona hat unseren Betrieb seit dem Sommer ziemlich lahm gelegt. Viele Lebensmittel lagen und liegen wie Blei in den Regalen. Dagegen haben immer wieder einige Sachen gefehlt, ich habe mich manchmal nicht getraut, nachzubestellen. Ich kann nur sehr große Mengen bestellen, sehr vieles bleibt dann aber doch liegen. Deshalb vertröste ich nun schon seit viel zu langer Zeit viele Kunden damit, dass ich nicht „sagen kann wann es nachkommt“. Nun sind unsere Glassilos sehr leer und ich traue mich immer noch nicht nachzubestellen. Woran liegt das? Schließen wir? Geht es weiter?

Das Motten-Problem

Wir hatten zwar nicht die Pest an Bord, aber etwas ganz anderes hatte sich eingenistet. Es ist klein, hat Flügel und ist bei uns von Anfang an so gefürchtet, dass jegliche Tierliebe bei Tante Emma aussetzt und ich durch den Laden hüpfe, Wirbel und hechte, um das Viech zu erlegen. Mehlmotten!

Denn es ist peinlich für einen Laden, vor allem für einen Unverpackt-Laden (obwohl widersprüchlicher Weise das Risiko bei uns am größten ist), denn die Assoziation ist ja doch immer: „unhygienisch!“. Wie konnte das also passieren?

Vor meiner Gründung haben viele Unverpackt-Läden, die ich um Rat gebeten hatte, bei dieser Frage immer abgewunken, Motten kamen tatsächlich bei ihnen fast nicht vor. Zumindest kenne ich keinen einzigen Laden, der damit Schwierigkeiten hat.

Normalerweise ist der Durchlauf der Lebensmittel so schnell, dass die Motten sich nicht vermehren können, es bleibt ein Randproblem. Wenn aber drei Monate Corona ist, und die Lebensmittelsäcke vor sich hin stehen, dann ist es etwas ganz anderes.

Das große Putzen und die Entscheidung

Die Corona-Zeit selbst hat uns beunruhigt, die Motten haben uns dann aber den Rest gegeben. Wir haben weggeworfen was das Zeug hält, geputzt und gescheuert, Schlupfwespen eingesetzt, versucht, die Waren voneinander zu isolieren (keine Corona-Anspielung), aber es half alles nichts, erst seit einiger Zeit nun finden wir nichts mehr, sie scheinen endlich weg zu sein.

Es wurde Stück für Stück klar, dass wir das nicht schaffen. Und ich schiebe eine Entscheidung vor mir her, Tag für Tag. Heute ist Tante Emma Unverpackts einjähriges Jubiläum, ohne großes Tamtam. Kaum jemand weiss es, aber wir freuen uns über die Entscheidung, die wir getroffen haben. Denn wir machen weiter! Anders, an die Corona-Zeit angepasst und neu.

Geänderte Öffnungszeiten und neue Strategie

Wir werden wahrscheinlich umziehen in einen kleineren Laden. Unsere Öffnungszeiten müssen wir leider stark reduzieren, denn unser Onlineshop wird nun deutschlandweit Mehrwegprodukte, plastikfreie Grundnahrungsmittel in großen Mengen und sogar Pralinen verschicken. Dazu gibt es für alle Brandenburger bei uns die Möglichkeit, Schnellbestellungen zu tätigen, die zu den Öffnungszeiten abgeholt werden. Diese müssen aber zwei Wochen vorher bestellt werden. Sodass wir große Mengen einkaufen können, ohne darauf sitzen zu bleiben, vor allem reduzieren wir dadurch Verpackung.

Die Preise sollen stark reduziert werden, dafür vertreiben wir auf Vorbestellung nur noch größere Mengen. Das ist einfach nachhaltiger, als viele kleinere Mengen durch die Gegend zu kutschieren. Wir hoffen darauf, dass sich mehr Menschen einen Vorrat an Nudeln, Reis, Hafer und sonstige Alltags-Essentials anlegen, und werden alles daran setzten, die Preise so günstig wie möglich zu haten.

Wir hoffen, ihr habt Verständnis für unsere Entscheidung! Es fällt uns nicht leicht, wir können aber nicht nur aus Idealismus den Laden betreiben, wir müssen davon leben können. Und das wäre sonst einfach nicht möglich gewesen. Wir hoffen ganz fest, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet, und unsere Vision teilt: den Verpackungsmüll zu reduzieren! Denn wann wenn nicht jetzt und wer wenn nicht wir?!

 

2 Kommentare

  1. Tina

    Starke Sache- klare Entscheidung! Kompliment, wie authentisch ihr mit Problemen umgeht! Ich wünsche euch von Herzen viel Erfolg mit euren Visionen und Gottes Segen

    Antworten
    • TEU_min

      Vielen lieben Dank!

      Antworten

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